Schöner Hobby-Test, wenn man nicht analytisch vorgehen muss. Doch das muss ich in meinen Jahrbüchern leider so machen, da mir die Leser sonst die Hammelbeine langziehen würden. Das setzt unzählige Testreihen voraus, die alle nach einem vorher festgelegtem Schema ablaufen (müssen), um vergleichbare Ergebinisse erzielen zu können. Trotzdem sehr interessant.
Und noch einmal: Die org. Gummis bestehen aus aufgeschäumten Material (mit jeder Menge Luftporen), das relativ viel Bitumenanteile enthält. Nennt sich Moosgummi mit verdichteter Oberfläche. Logisch ist damit auch, dass sich das Material beim Einsatz von Weichmachern längt. Erstens wird das Material grundsätzlich dadurch weicher. Zweitens sammelt sich die Flüssigkeit in den Luftporen an und dadurch tritt eine Formänderung ein. Lässt man den Kram anschließend länger liegen, und die verwendeten Weichmacher verflüchtigen sich mit der Zeit (Monate) wieder, geht das org. Gummi (fast) wieder in seine Ursprungsform zurück.
Die nachgefertigten Dichtungen bestehen aus einem homogenen und nicht aufgeschäumten Material, das ich bisher noch nicht genau analysiert habe. Ich werde hierzu aber noch die Hersteller sowie ein paar Experten für Dichtungen aus der Autoindustrie befragen. Das alles ist sehr mühsam und kostet Unmengen an Zeit - wesentlich mehr als die "Garagentests" eurer Veranstaltungen. Wenn ich dann sicher bin, um welches Material (chemisch) es sich genau handelt, werde ich neue Tests durchführen. Das Ergebins gibts dann im neuen Jahrbuch.
Ferner habe ich bereits einen Test zur "Beschneidung" der nachgefertigten Dichtungsgummis durchgeführt. Man kann da einiges machen, um die Passungen der Türen zu verbessern. Doch noch bin ich damit noch nicht am Ende. Denn auch hier muss ich die Hersteller der Dichtungen erst befragen.
Abschließend möchte ich hierzu anfügen, dass ich o.g. "Praxistests" grundsätzlich offen gegenüberstehe. Doch leider vermisse ich dabei (s.o.) die dokumentarische Vergleichbarkeit nebst Analyse. Nix für ungut. Doch hier spricht der Fachautor und nicht ein "Garagenspezialist", der mal irgendwas irgendwo drüber gekippt hat.
So long bis zum Jahrbuch 2019.
Rainer
P.S.: Leider ist das Netz heutzutage voll von solchen "Expertentipps", auf die, in letzter Konsequenz, meistens doch kein Verlass ist. Denn kaum "eine Sau" macht sich Gedanken dabei darüber, ob das so behandelte Material die gut gemeinten Behandlungen überhaupt dauerhaft übersteht.