
Das Thema COBI ist hier im Classic-Opel-Forum kein Neuland. Schon im Februar 2022 wurde im Bereich Literatur und Accessoires ein Thread zum Manta A als Klemmbausteinmodell eröffnet, damals ausgehend vom neuen COBI-Katalog.
Ich bin Händler für Oldtimermodelle zum Selberbauen (https://bricktimer.de/) und möchte mit diesem Beitrag ein paar offene Fragen aus jenem Thread beantworten und zeigen, welche Opel-Modelle es aktuell zum Bauen gibt. Ich will dabei neutral bleiben, sonst braucht so ein Beitrag bei euch im Club gar nicht erst zu erscheinen.
Was ist überhaupt ein Klemmbaustein?
„Klemmbaustein" ist der neutrale Gattungsbegriff für die kleinen Plastiksteine mit Noppen, die sich zusammenstecken lassen. Die Branche nutzt bewusst dieses Wort statt einer Markenbezeichnung, weil LEGO® eben nur eine Marke von vielen ist und der Begriff Klemmbaustein markenneutral bleiben soll.
Technisch wichtig ist das sogenannte Rastermaß: Die meisten Steine-Hersteller arbeiten im 8-Millimeter-Raster, die Standard-Plattenhöhe beträgt 3,2 mm. Dieses gemeinsame Raster erklärt, warum viele Elemente verschiedener Marken in aller Regel zusammenpassen. "Kompatibel" heißt aber nur "passt zusammen", nicht "ist gleich gut". Über Klemmkraft, Farbtreue und Haltbarkeit sagt das Rastermaß nichts aus.
Wer ist COBI?
COBI ist ein polnischer Klemmbaustein-Hersteller, dessen Steine mit dem weit verbreiteten System von LEGO® kompatibel sind. Die Opel-Modelle von COBI laufen unter offizieller Opel-Lizenz. Neben COBI gibt es in der Branche noch weitere Anbieter wie CaDA® oder Mattel Brick Shop™, aber für die Opel-Klassiker ist COBI der relevante Anbieter, weil es hier die meisten Modelle gibt.
COBI fertigt seine Klemmbausteine in der eigenen Produktionsstätte in Mielec in Polen. Das Unternehmen wurde 1987 gegründet; die Produktion von COBI-Klemmbausteinen begann 1992. Die deutsche Niederlassung, die COBI GmbH, hat ihren Sitz in Schwabach bei Nürnberg.
Sind das China-Nachbauten?
Nein. Die hier vorgestellten Opel-Modelle sind offiziell lizenzierte Produkte von Opel. Die COBI-Klemmbausteine werden nach Angaben des Herstellers vollständig in der eigenen Fabrik in Mielec in Polen produziert.
COBI gibt an, dass seine Sets die europäische Sicherheitsnorm EN 71 erfüllen und strengen Qualitäts- und Sicherheitskontrollen unterliegen. Das Unternehmen verweist außerdem auf Zertifizierungen durch europäische Labore der TÜV Rheinland Group. Kurz gesagt: kein Grauimport aus Asien, sondern ein offiziell lizenziertes und in der EU gefertigtes Produkt.
Die COBI-Opel-Modelle im Überblick
COBI hat inzwischen eine ganze Reihe von Opel-Klassikern aufgelegt, aufgeteilt in zwei Welten: die großen 1:12-Modelle mit über 1.900 Teilen, die ein richtiger Blickfänger im Regal sind, und die kleinen 1:35-Modelle mit rund 130 bis 140 Teilen als Minimodell.
In dieser Übersicht sind es insgesamt zehn offiziell lizenzierte Opel-Sets. Zwei Executive Editions werden von COBI nicht mehr hergestellt und sind nur noch als Restbestand oder gebraucht erhältlich. Die UVP ist jeweils die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers; der tatsächliche Handelspreis kann davon abweichen.
COBI-Set | Modell | Maßstab | Teile | Farbe | UVP | Status |
|---|---|---|---|---|---|---|
24332 | Rekord C „Schwarze Witwe" Limited Edition | 1:12 | 2.300 | Schwarz, gelbe Aufdrucke, Startnummer 41, gelbe Felgen | 114,99 € | im Handel erhältlich |
24333 | Rekord C „Schwarze Witwe" | 1:12 | 2.078 | Schwarz, gelbe Aufdrucke, Startnummer 201, gelbe Felgen | 79,99 € | im Handel erhältlich |
24344 | Rekord C Coupé Executive Edition | 1:12 | 2.415 | Rot mit schwarzem Dach | 124,99 € | End-of-Life, nur noch Restposten |
24345 | Rekord C Coupé | 1:12 | 2.195 | Rot mit rotem Dach | 99,99 € | im Handel erhältlich |
24338 | Manta A 1970 Executive Edition | 1:12 | 2.125 | Gelb, schwarzes Dach, schwarze Haube, schwarze Seitenlinien | 124,99 € | End-of-Life, nur noch Restposten |
24339 | Manta A 1970 | 1:12 | 1.905 | Gelb, schwarzes Dach, schwarze Haube, schwarze Seitenlinien | 79,99 € | im Handel erhältlich |
24349 | Manta A GT/E 1974 | 1:12 | 1.938 | Orange, schwarzes Dach, schwarze Haube, schwarze Seitenlinien | 79,99 € | im Handel erhältlich |
24597 | Rekord C „Schwarze Witwe" | 1:35 | 138 | Schwarz, gelbe Aufdrucke, Startnummer 201, gelbe Felgen | 16,99 € | im Handel erhältlich |
24598 | Rekord C 1900 L | 1:35 | 134 | Blau | 16,99 € | im Handel erhältlich |
24599 | Rekord C 1700 L Cabriolet | 1:35 | 140 | Rot | 16,99 € | im Handel erhältlich |
Stand der Angaben: August 2026. Preise und Verfügbarkeiten können sich ändern.
Nachfolgend werden die einzelnen Modelle vorgestellt:
Opel Rekord C „Schwarze Witwe" (COBI-24333, 1:12)
Das Vorbild: Der Rekord C lief von August 1966 bis Dezember 1971 vom Band und war mit seiner "Coke-Bottle"-Linie einer der elegantesten Opel seiner Zeit. Die Legende hinter dem COBI-Modell ist aber eine besondere: 1968 baute der motorsportbegeisterte Opel-Designer Anatole Lapine mit einigen Mitarbeitern ohne offizielles Wissen des Vorstands einen Gruppe-5-Spezialtourenwagen auf Basis des Rekord 1900 S. Weil Opel als GM-Tochter offiziell keinen Rennsport betreiben durfte, entstand das Auto im Geheimen. Der glänzend schwarze Lack brachte ihm den Namen "Schwarze Witwe" ein. Techniker steigerten den 1,9-Liter-Vierzylinder mit zwei Doppelvergasern auf 132 kW (180 PS), also auf die doppelte Serienleistung. Bei seinem zweiten Renneinsatz 1968 fuhr Erich Bitter damit auf dem Hockenheimring die schnellste Runde gegen die Porsche-Konkurrenz. 1969 kam der Wagen in Österreich auch mit dem jungen Niki Lauda zum Einsatz. Später verlor sich die Spur des Originals; sein Verbleib ist bis heute ungeklärt.
Die COBI-Daten: Artikelnummer 24333, Maßstab 1:12, 2.078 Teile, Modellmaße rund 38 x 16 x 11 cm, komplett bedruckt ohne Sticker, Farbe: Schwarz mit gelben Aufdrucken und gelben Felgen, UVP 79,99 €. Funktionen: zu öffnende Türen, kippbare Motorhaube mit gebautem Motor, drehbares Lenkrad mit Lenkung, Startnummer 201 direkt aufgedruckt, Scheinwerfer aus Glow-in-the-Dark-Steinen, dazu das historische „Opel-Auge" auf dem Heck.
Wer die Rennlegende einmal in Ruhe anschauen will, findet den Rekord C in der schwarz-gelben Rennoptik hier.
Stärken und Schwächen: Fachreviews loben die Rundungen und die authentische schwarze Optik, weisen aber auf zwei Dinge hin, die man kennen sollte. Erstens ist Schwarz anfällig für Staub und Fingerabdrücke. Zweitens hat das Lenkrad viel Spiel und der Lenkeinschlag ist gering, was einen großen Wendekreis bedeutet. Zudem sind keine Fensterscheiben verbaut. Nutzer bemängelten, dass das Aufsetzen des Dachs schwierig sei und dass der Überrollkäfig aus Schläuchen konstruiert wird.

Opel Rekord C „Schwarze Witwe", Limited Edition (COBI-24332, 1:12)
Besonderheit der Limited Edition: Schwarzer Fahrzeugsockel mit einer lasergravierten Platte und der individuellen Seriennummer der limitierten Auflage. Zudem gibt es ein Echtheitszertifikat aus Papier mit einer handschriftlichen Signatur des Präsidenten der Firma COBI und der entsprechenden Seriennummer des limitierten Sets.
Die COBI-Daten: Artikelnummer 24332, Maßstab 1:12, 2.300 Teile, Modellmaße ca. 38 x 16 x 11 cm, komplett bedruckt ohne Sticker, Farbe: Schwarz mit gelben Aufdrucken und gelben Felgen, UVP 114,99 €. Funktionen: zu öffnende Türen, kippbare Motorhaube mit gebautem Motor, drehbares Lenkrad mit Lenkung. Die Startnummer 41 und das historische Opel-Auge sind direkt aufgedruckt. Die Scheinwerfer leuchten aufgrund des Glow-in-the-Dark-Effekts im Dunkeln. Das Set gibt es hier zu sehen.
Stärken und Schwächen: Die bedruckten Bausteine werden gelobt, ebenso das detaillierte Interieur mit dem bedruckten Armaturenbrett. Auch hier wird das komplizierte Aufsetzen des Daches kritisch gesehen und bemängelt, dass der Überrollkäfig aus Schläuchen konstruiert wird. Durch das Aufstellen auf dem Präsentationsständer entsteht ein sichtbarer Spalt an der B-Säule. Die schwarze Optik ist wie gesagt anfällig für Staub und Fingerabdrücke.









